Prävention als Schlüssel: Mehr Gesundheitsförderung an Schulen gefordert
- Redaktion Mittagsmagazin
- 27. Nov. 2024
- 1 Min. Lesezeit
Die Stiftung Kindergesundheit plädiert für eine intensivere Gesundheitsprävention in deutschen Schulen. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".
„Kinder und Jugendliche verbringen einen Großteil ihres Lebens – zwischen zehn und 13 Jahren – in der Schule“, betonte Stiftungsvorstand Berthold Koletzko bei der Präsentation des aktuellen Kindergesundheitsberichts. Dieser Bericht fasst zentrale Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien der letzten Jahre zusammen und legt dringende Handlungsfelder offen.
Bewegungsmangel und Übergewicht
Eine der alarmierenden Erkenntnisse: 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland leiden unter Übergewicht oder Adipositas. Hinzu kommt, dass die empfohlene tägliche Bewegungszeit von mindestens 60 Minuten, wie sie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgibt, von vielen nicht erreicht wird. Lediglich 10,8 Prozent der Mädchen und 20,9 Prozent der Jungen schaffen es, sich ausreichend zu bewegen.
Psychische Belastungen nehmen zu
Ein weiteres zentrales Thema ist die psychische Gesundheit. Bis zu 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler leiden an psychischen Erkrankungen, die eine Behandlung erfordern. Der Bericht macht auch auf die schwierige Lage chronisch kranker und schwerbehinderter Kinder aufmerksam: Mehr als 200.000 Betroffene sind auf besondere Unterstützung angewiesen, die jedoch häufig unzureichend ist.
Defizite in der schulischen Gesundheitsförderung
Die Stiftung sieht mehrere Ursachen für diese besorgniserregenden Zahlen. So mangelt es in vielen Schulen an ausreichenden Bewegungsangeboten. Darüber hinaus ist das Schulessen oft von schlechter Qualität und nicht für alle Schüler gleichermaßen zugänglich. Auch die Zahl der Schulpsychologinnen und -psychologen ist zu gering, um den Bedarf adäquat zu decken. Besonders problematisch ist auch die unzureichende Betreuung von schwerbehinderten oder chronisch kranken Kindern, die in vielen Schulen nicht die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.